Kommunal- & Nachhaltigkeitsberatung

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Definition von Nachhaltigkeit

"Nachhaltige Entwicklung bezeichnet eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen".

Das Leitbild der zukunftsfähigen* (bzw. nachhaltigen) Entwicklung (Zukunftsfähigkeit/Nachhaltigkeit) versteht wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit und die Stabilisierung der ökologischen Systeme als drei unverzichtbare Dimensionen und Ziele der gesellschaftlichen Entwicklung, die wechselseitig voneinander abhängen.

* Zukunftsfähig / nachhaltig wird hier fachlich im Sinne von aufrechterhaltbar, Aufrechterhaltbarkeit (Sustainability im Sinne der Systemdynamik) verstanden: " Zustand eines Systems, das sich so verhält, dass es über unbeschränkte Zeiträume ohne grundsätzliche oder unsteuerbare Veränderungen (Zusammenbruch) [...] existenzfähig bleibt und vor allem nicht in den Zustand der Grenzüberziehung gerät" (vgl. Meadows: Die neuen Grenzen des Wachstums. 1992: S. 298 )

Internationales Leitprinzip

Mit dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro wurde Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung als normatives, internationales Leitprinzip der Staatgemeinschaft, der Weltwirtschaft, der Weltzivilgesellschaft, der Politik, etc. anerkannt. Im Zentrum des Erdgipfels standen in Rio, im Prinzip alle Lebensbereiche, insbesondere die Neuausrichtung von Produktion und Konsum - in Richtung Nachhaltigkeit, insbesondere in den Industrieländern, sowie die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern.

Konkretisiert wurde der Begriff Nachhaltigkeit in den Dokumenten des Rio-Johannesburg Prozess wie z.B. der Agenda 21, der Klimarahmen-Konvention, des Kyoto-Protokoll und des Aktionsplan von Johannesburg.

Was ist nachhaltige Entwicklung?

Nachhaltigkeit ist das Ziel nachhaltiger Entwicklung. Nachhaltige Entwicklung dagegen der Prozess, welcher zu diesem Ziel führt. Vereinfacht und konkret ausgedrückt: Die dauerhafte Existenzfähigkeit der Erde und Ökosysteme ohne Grenzüberziehung, ist zusammen mit der Erfüllung der Grundbedürfnisse aller Menschen und zukünftiger Generationen, das eigentliche Ziel von Nachhaltigkeit. Der Weg hierhin ist die nachhaltige Entwicklung aller Bereiche.

Eine Unterscheidung und Abgrenzung von Nachhaltgkeit und nachhaltiger Entwicklung ist in Theorie und Praxis schwierig. Nachhaltige Entwicklung (engl. sustainable development) wird meist synonym mit Nachhaltigkeit (engl. sustainability) verwendet. In der Praxis gibt es daher sehr unterschiedliche Interpretationen von nachhaltiger Entwicklung und Nachhaltigkeit. Hinzu kommt noch, dass der Begriff Nachhaltigkeit schon lange in der Forstwirtschaft Verwendung findet, jedoch ist der Begriffsinhalt von der Brundtlanddefinition verschieden

Übersetzungsvarianten von "sustainable development"

Eine andere stark gebräuchliche Übersetzungsvariante des von der Brundtland Kommission geprägten Begriffs sustainable development ist auch zukunftsfähige Entwicklung bzw. Zukunftsfähigkeit (für engl. Sustainability). Dieser Begriff wurde 1995 mit der Studie Zukunftsfähiges Deutschland (engl. Sustainable Germany) des Wuppertal Instituts eingeführt.

Weitere Übersetzungsvarianten von engl. sustainable development, welche weniger im Gebrauch sind z.B. dauerhafte Entwicklung (Brundtland-Kommission), zukunftsbeständige Entwicklung (ICLEI), zukunftsverträgliche Entwicklung (Bundestag-Enquete Kommission) und aufrechterhaltbare Entwicklung (Meadows/Systemforschung).

Zur Begriffsgenese

Erstmals vewendet wurde der Begriff "sustainable development" im neuem Sinn, in der Bibel der Umweltbewegung der Studie Global 2000 (1981, Time to Act S. 137 ff..) und 1980 in der World Conservation Stratety. Wissenschaftlich liegen seine Ursprünge in den Forschungen von Meadows und Jay W. Forester (1972).

Die Brundtlanddefinition wurde 1987 als Terminus eingeführt. Sie stellt im gewissen Sinne eine diplomatische Kompromiss- bzw. Konsensformel dar, um die unüberwindbaren Gegensätze von Umwelt (Umweltschutz) und Entwicklung (Wirtschaftswachstum), von Nord und Süd, von Arm und Reich, in Einklang zu bringen. Dies ist bis heute noch nicht gelungen. Faktisch haben wir global eine rasante Beschleunigung von nicht-nachhaltiger Entwicklung z.B. bei Klimaänderungen. Auch wenn Nachhaltigkeit als globaler Transformations- und Verhaltensänderungsprozess nur langfristig erreicht werden kann, wird die Gefahr einer globalen Grenzüberschreitung immer wahrscheinlicher. Aus diesem Grunde, hat das Leitprinzip Nachhaltigkeit existenzielle Bedeutung für das Überleben von Menschheit und Erde.

Schlüsselbegriffe der Nachhaltigkeit

Zwei Schlüsselbegriffe sind für die Umsetzung und das richtige Verständnis nachhaltiger Entwicklung / Nachhaltigkeit von zentraler Bedeutung. Das Konzept der Grundbedürfnisse (aller Menschen) und die Idee der Grenzen , insbesondere der Tragfähigkeit des globalen Ökosystems.

Die Brundtland-Definition ist mit diesen zwei Schlüsselbegriffen verbunden, die erst die verkürzte Definition verständlich und vollständig machen:

"Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.

It contains within it two key concepts:

1. The concept of “needs”, in particular the essential needs of the world`s poor, to wich overriding priority should be given; and

2. The idea of limitations imposed by the state of technology and social organization on the environment ability to meet present and future needs (Brundtland)".

Auf die fundamentale "Idee der Grenzen" der Brundtlanddefinition von nachhaltiger Entwicklung wird selbst in Fachkreisen bisher kaum direkten Bezug genommen, da die Brundtlanddefinition meist nur in verkürzte Form zitiert wird. Sie hat ihren Ursprung in dem berühmten Bericht an den Club of Rom "Grenzen des Wachstums".

 

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